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Vietnam, so sagt man, ist das Land der Gegensätze und der Freiheit, verrückte Dinge zu tun.

Eine Sache, die jedem Touristen sofort nach der Ankunft ins Auge fällt, sind die unzähligen Roller und Motorräder auf den Straßen Vietnams. Familien mit drei, vier, manchmal sogar fünf Kindern sitzen zusammen auf einem Roller und fahren in halsbrecherischer Geschwindigkeit durch die Gegend. Da Roller und Motorräder die bei weitem schnellste und flexibelste Variante sind um Vietnam zu erkunden, war für mich die Sache klar: Ich musste mir einen Roller mieten.

In den Straßen Ho-Chi-Minhs wimmelt es von Rollerverleihern, Bars, Massagesalons und Garküchen. Man hat das Gefühl, die Metropole führt ihr eigenes Leben und steht niemals still, zu jeder Tages- und Nachtzeit sind Menschen auf den Straßen, es gibt immer etwas zu sehen.

Für umgerechnet 400 € konnte ich schließlich einen knallpinken Roller unbestimmten Alters in Ho-Chi-Minh erstehen. Die erste halsbrecherische Probefahrt brachte einen unglaublichen Adrenalinschub mit sich und hat sofort süchtig gemacht. Von Ho-Chi-Minh City ging es auf direktem Weg ins Mekong Delta, zu den schwimmenden Märkten und den Tunnelsystemen von Củ Chi, Überbleibseln des Vietnamkriegs. Für Abenteurer und Geschichtsfans sind die Tunnel ein absolutes Highlight – wer hat schon einmal die Gelegenheit in denselben Tunneln zu sitzen, in denen die vietnamesischen Soldaten einst zum Teil monatelang gelebt und Todesängste ausgestanden haben? Etwas gruselig und nichts für Menschen mit Platzangst, aber definitiv ein einschneidendes Erlebnis.

Von den geschichtsträchtigen Tunneln und den bunten Märkten des Mekong Deltas beeindruckt führte mich mein Weg nach Mui Ne- die Stadt mit dem besten Krokodil das ich jemals gegessen habe. Schmeckt das? Wenn man eine Mischung aus Fisch und Hähnchen ansprechend findet, dann ja. Auf dem Weg nach Mui Ne machte ich noch in einigen kleineren Dörfern Zwischenstopps um die einmalige Landschaft zu bestaunen und fantastisches Essen an den Garküchen zu essen. Kleiner Tipp: Besonders in den kleineren Dörfern freuen sich die Einheimischen wahnsinnig, wenn man sich für ihre Kultur und Lebensweise interessiert. Vor allem die Kinder haben große Freude daran, einen in den Hinterhof zu führen und dem eigenen Hausaffen vorzustellen, der meist an einen Baum gekettet das Haus bewacht. Für mich haben sich aus eben diesen Begegnungen viele Freundschaften entwickelt, die bis heute gehalten haben.

Zurück zu Mui Ne: Diese Stadt ist auch einer der besten Ausgangspunkte um einen Trip zu den Sanddünen zu machen! Definitiv ein Highlight meiner Reise. Nichts hat einen so hohen Suchtfaktor wie mit einem Surfbrett eine Düne hinunter zu brettern – wäre da nicht der lange Weg nach oben.

Der Weg zum nächsten Highlight führte über schmale Straßen, die gespickt waren mit Schlaglöchern, an riesigen Wasserbüffeln und malerischen Landschaften vorbei. Nach einigen Stunden tauchte dann schließlich Hoi An vor uns auf – ein kleines Städtchen mit einer unglaublich schönen Altstadt, die vor einigen Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Hoi An lockt durch kulturelle Vielfalt, der chinesische sowie der japanische Einfluss sind nicht zu übersehen. Besonders an diesem Ort ist, dass keinerlei motorisierten Fahrzeuge Zugang in den Bereich der Altstadt haben, sondern nur Fußgänger und Fahrräder. Hoi An ist tagsüber sehr umtriebig und vor allem die Hunderte von Schneidern locken mit billigen Preisen und eleganten Kleidern. Abends besticht die Stadt durch ein romantisches, stimmungsvolles Ambiente; jeden Abend schmücken die Einwohner ihre Häuser mit Laternen und Lichtgirlanden. Wenn man wie ich zufällig zur Zeit des Lichterfestes dort ist, erwartet einen ein großes Spektakel mit viel Essen, Musik und Tanz. Natürlich sollte man auch eine Laterne kaufen um an der traditionellen Feier teilzunehmen.

 

 

Der My Son Tempel, ca. 50 Kilometer von Hoi An entfernt, ist ein absoluter Geheimtipp. Die Tempelanlange lässt sich am besten alleine erkunden, am schönsten ist sie in den frühen Morgenstunden wenn die Nebelschwaden vom Boden aufsteigen und dem ganzen Areal damit etwas Magisches verleihen.

Next stop Hai Van Pass, diesen Teil Vietnams darf man auf keinen Fall verpassen! Für die ganz Abenteuerlustigen unter euch gibt es eine besondere Art und Weise den wunderschönen und sehr bekannten Wolkenpass Hai Van zu überqueren: Wenn man wie ich bereits einen eigenen Roller hat steht dem Abenteuer nichts mehr im Weg. In jedem Ort in Vietnam besteht die Möglichkeit einen Roller oder ein Motorrad zu mieten oder sogar zu kaufen. Mit seinem eigenen Roller den Pass zu überqueren und hinunter auf die einmaligen Buchten und Strände zu schauen, verleiht einem das Gefühl grenzenloser Freiheit und Unbesiegbarkeit. Wem das zu viel Nervenkitzel ist, der kann sich eine geführte Tour buchen, einen der normalen Busse nehmen oder sich ein Mountainbike mieten und den Pass auf diese Weise bezwingen.

Eine Attraktion, die auf jeder Bucket-List stehen sollte, ist der Phong Nha-Ke Bang Nationalpark. Berühmt für die weltweit größte Höhle, die Sơn-Đoòng-Höhle, liegt der Park nahe an der Grenze zu Laos- wer also einen kurzen Umweg dorthin unternehmen möchte ist dort genau richtig. Da die Wartezeiten für die Sơn-Đoòng-Höhle Jahre betragen und der Eintrittspreis mit ungefähr 2600€ pro Person die meisten Budgets sprengen würde, gibt es die Möglichkeit, Touren für die anderen Höhlen zu buchen. Die sogenannte Paradise Cave (Eintrittspreis umgerechnet ca. 15€ pro Person) besticht durch eine Seilrutsche zu Beginn und diversen anderen Besonderheiten: Voller Adrenalin durch die rasante Fahrt ins Dunkel der Höhle geht es durch verschlungene Wege an Mineralformationen in allen Farben und Formen vorbei. Die allesumgreifende Stille bringt auch den Letzten zum Schweigen- bis man das Schlammloch entdeckt! Für alle von euch, die jetzt angeekelt das Gesicht verziehen: Traut euch! Sobald man sich einmal reingetraut hat steht der Matschschlacht nichts mehr im Wege. Da man nicht untertauchen kann fühlt es sich so ähnlich an, als würde man in Schokolade sitzen. An die Mädels: Tragt unbedingt einen dunklen Bikini/Badeanzug! Ansonsten endet ihr nämlich mit einem bräunlich/grünlichen Bikini.

Weiter gehts: Ähnlich wie Queenstown in Neuseeland ist Dalat die Abenteuerhochburg Vietnams und bieten alles, das einem einen Adrenalinschub verpasst. Ich entschied mich dafür, Canyoning zu versuchen. Wichtig war mir, einen renommierten Touranbieter zu wählen denn bei Aktivitäten wie dieser gilt nach wie vor: Safety first! Wir, also meine Gruppe und ich, fingen damit an, das Abseilen entlang eines Wasserfalls zu üben- indem wir direkt einen zwei Meter hohen Wasserfall hinuntersprangen. Dass sich dies jedoch noch auf gute 35 Meter steigern sollte, ahnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Nach den verschiedenen Übungen ging es auf direktem Wege zu kleineren Wasserfällen und Canyons. Auf dieser Tour gab es drei Highlights die mir wohl für immer in Erinnerung bleiben werden: Der oben genannte 35 Meter hohe Wasserfall, bei dem nach 15 Metern das Seil zu Ende ist und nur der Sprung ins kalte Wasser bleibt, die natürliche Steinrutsche, über die man rückwärts und mit dem Kopf zuerst rasant in einen See rutscht und schlussendlich die „Waschmaschine“, ein ca. 20 Meter tiefer Canyon in dem man sich zuerst abseilt um dann in einen Wasserstrudel gezogen zu werden, der einen am Strand wieder „ausspuckt“.

Meine Reise endete in der Stadt Hanoi, die wie Ho-Chi-Minh City auch eine sehr umtriebige und laute Stadt, gleichzeitig jedoch auch Ausgangspunkt zu einer der schönsten Landschaften Vietnams ist – der Halong Bay. Anziehungspunkt für sehr viele Backpacker, bietet Hanoi ein extrem vielfältiges Nightlife mit unzähligen Restaurants, Bars und Clubs. Besonders die Garküchen mit den traditionell vietnamesischen Spezialitäten wie dem Nationalgericht Phố (Nudelsuppe), Banh Mi, dem besten Sandwich überhaupt und Che Chuoi, einem typisch vietnamesischen Nachtisch locken mit fantastischen Gerüchen und billigen Preisen. Für Partywütige gibt es die sogenannten „Booze-Cruises“, die Party pur und Wasseraktivitäten zuhauf auf ausgewählten Inseln der Halong Bay anbieten. Die etwas ruhigere Variante stellen die Bootstouren dar, perfekt um die Reise durch eine fremde Kultur und ein fernes Land bei malerischen Sonnenuntergängen und Musik ausklingen zu lassen.

Vietnam ist tatsächlich ein Land der Gegensätze und der Freiheit! Jeder, der etwas Außergewöhnliches erleben möchte und fernab des Pauschalurlaubs Abenteuer und Entspannung zur gleichen Zeit sucht, sollte eine solche Reise in Erwägung ziehen. In diesem Sinne – xin chào!

 

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