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Farbenprächtige Lagunen, karge Geröllwüsten und der größte Salzsee der Welt: Nirgends fühlt man sich so sehr auf einem anderen Planeten wie rund um den Salar de Uyuni in Bolivien.

Uyuni, 10 Uhr morgens: Hier im Hochland Boliviens sind wir der Sonne ein ganzes Stück näher als sonst, denn Uyuni liegt auf stolzen 3671 Metern. Passend dazu gibt sich die winzige Stadt große Mühe, einen überzeugenden Auftritt als Ende der Welt abzuliefern. Mitten in der Ödnis des Altiplano dominieren lebensfeindliches Grau und Braun die staubigen Schotterpisten, am Straßenrand behaupten sich tapfer ein paar vertrocknete Büsche.

Ein trauriger Ort, würde man meinen, wäre da nicht der azurblaue Himmel – und der berühmte Salar de Uyuni, die gigantische Salzpfanne, die ein paar Kilometer hinter der Stadt beginnt. Genau dorthin sind wir zu sechst mit einem halbwegs robusten Landcruiser und Fahrer Luis unterwegs.

Friedhof der Eisenbahnen

Einige Kilometer hinter Uyuni legen wir einen kurzen Zwischenstopp am Cemeterio de trenes, dem Eisenbahnfriedhof, ein. Fast 100 alte Lokomotiven und Züge rosten hier seit Jahrzehnten vor sich hin, die ältesten stammen noch aus dem vorletzten Jahrhundert. Früher waren sie beim Abtransport von Kupfer, Gold und Silber im Einsatz, das die Menschen rund um Uyuni abbauten. Heute ist das Ganze ein etwas morbider Abenteuerspielplatz für Reisende aus aller Welt.

Vorsichtig balanciere ich über vom Salz zerfressene Metallgerippe, ziehe mich schließlich aufs Dach der Lok, langsam, um mir nicht die Arme an den scharfen Kanten aufzuschlitzen. Oben angekommen lasse ich die Beine von dem rostigen Dach baumeln, das in der Sonne zu glühen beginnt. Ich schmecke Salz auf meinen Lippen und fühle mich ein bisschen wie in einem Roadmovie.

Durch endlos weiße Weiten

Kurze Zeit später erreichen wir den Salar de Uyuni. Das Salz sieht ja nicht besonders stabil aus, denke ich noch, als Luis den Landcruiser auf die weiße Kruste lenkt. Der Eindruck täuscht: Die Salzschicht ist an vielen Stellen bis zu 30 Meter dick. Seine Fläche von mehr als 10.000 Quadratkilometern macht den Salar de Uyuni zur größten Salzpfanne der Erde. Genauso gut könnten wir uns auf einem anderen Planeten befinden.

Mitten auf dem Salzsee stoppt Luis den Wagen. Wir klettern aus dem Auto und sind sofort geblendet vom gleißenden Weiß, in dem kein Ende zu erkennen ist. Wie festgeklebt stehe ich neben dem Landcruiser und weiß nicht wohin mit mir. Bis zum Horizont erstreckt sich die Fläche, die Sonne brennt vom Himmel und ich habe das Gefühl, als würde die salzige Luft alle Flüssigkeit aus meinem Körper saugen. Zum ersten Mal auf meiner Reise durch Bolivien Tag bin ich wirklich sprachlos.

Von Lagunen, Geysiren und Vulkanen

Auch die Naturwunder, die wir am nächsten Tag zu sehen bekommen, sind kaum mit Worten zu beschreiben. Die Landschaft verändert sich stündlich. In ausgedörrten Steppen zeichnen sich sandfarbene Felsblöcke scharf vor dem tiefblauen Himmel ab, am Horizont erheben sich gewaltige Vulkane bis auf 6000 Meter. Die einzigen Lebewesen, denen wir unterwegs begegnen, sind einige rosafarbene Flamingos, die hier ein glückliches Leben führen.

Immer weiter dringen wir in die felsige Einöde vor, in der sich der Landcruiser nur mühsam vorwärts quält. Als wir einmal einen Vulkan-Krater passieren, lenkt Luis das Auto aus Versehen fast in einen rauchenden Spalt, aus dem es nach Schwefel stinkt. (Kleiner Scherz von ihm, natürlich kennt er den Weg in- und auswendig.) Die Nacht verbringen wir in einer Herberge mitten im Nirgendwo – um uns herum ein endloses Nichts. Ich starre in den Sternenhimmel und fühle mich winzig.

Nach drei Tagen im Nirgendwo endet unser Bolivien-Abenteuer schließlich. Für kurze Zeit waren wir in einer anderen Welt – und bis ich wieder richtig im Hier und Jetzt angekommen bin, wird es sicher noch eine Weile dauern. Was ich aber jetzt schon weiß: Ich werde wiederkommen.

Geheimtipp für den Salar de Uyuni in Bolivien:

Hobbyfotografen aufgepasst: Im Salar de Uyuni könnt ihr wunderbar mit Perspektive und Illusion spielen. Legt euch mit Kamera oder Handy bäuchlings auf das Salz und platziert einen Gegenstand eurer Wahl direkt vor der Linse – zum Beispiel einen kleinen Plastik-Dinosaurier. Nun stellen sich eure Reisegefährten ebenfalls vor der Kamera auf, aber etwas weiter weg. Durch die unterschiedliche Entfernung zur Kamera wird der Dino zum riesigen Raubtier, das der Reisegruppe auf den Fersen ist – ein richtig ungewöhnliches Erinnerungsfoto!

Weitere Reiseberichte und Reisetipps von Katharina Neuhaus:

www.hello-hummingbird.com

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