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Über den ersten Sonnenbrand freue ich mich genauso sehr wie über meine allererste Kokosnuss, frisch von der Palme. Ich sitze im Schneidersitz mit meinem Freund am Patong Beach, die erste Station unserer Thailandreise, und beobachte die Sonne bei ihrem Untergang. Ich beschwöre sie, ein kleines bisschen langsamer zu sinken, weil ich nicht möchte, dass nur ein einziger Tag unserer Reise vorbei geht, bevor sie überhaupt begonnen hat. Meine käsig-helle Haut hat heute ihren ersten Anstrich bekommen – Thailand heißt mich willkommen. Sonnenbrand im Dezember ist besser als ein Sechser im Lotto. Ich nehme eine letzte Nase des köstlich salzigen Meeresdufts. Morgen bin ich wieder da, alter Freund. Es ist doch seltsam, wie sehr man ein Meer vermissen kann, das man noch nie zuvor gesehen hat, oder? Unser Weg zurück zum Hotel führt uns an vielen kleinen Verkaufsständen vorbei, an Bars und Diskotheken und an einem riesigen bunten Markt, der Leckereinen anbietet, die dafür sorgen, dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft.

Die Leute hier sind offen, nett – und aufdringlich. Wir wollen keine Show sehen, keine Armbänder kaufen, wir wollen einfach nur da sein. Das bunte Treiben und den Lärm in uns aufnehmen und mit der Menge schwimmen. ‚Viel zu touristisch‘ hat uns der praktische Reiseführer ausgiebig vorgewarnt. Aber für mich ist es der perfekte Anfang. Es sprengt bereits jetzt meinen Horizont und macht mir dennoch Hunger auf mehr. Mein ‚mehr‘ finde ich nur wenige Tage später auf Ko Lanta. Wenn die Autos und Tuk-Tuks auf Phuket täglich ein Hup-Konzert spielen, so herrschen auf Ko Lanta Ruhe und Gelassenheit. Mit dem Roller erkunden wir die traumhaft grüne Insel jeden Tag ein bisschen mehr. Wir fahren die fast verlassenen Buchten im Norden entlang, winken den neugierigen Affen am Straßenrand, fahren mit anderen Backpackern zum Schnorcheln und verlieben uns dort in die Wasserwelt. Abends kommen wir heim, in ein Hostel mitten im Wald.

Genauso wie unser Gastgeber Man es haben wollte, erklärt er uns während einem vorzüglichen Abendessen, das uns seine Frau zubereitet hat. Mein erstes heißgeliebtes Massaman Curry von vielen auf unserer Reise. „Ich möchte die Insel genau so erhalten wie sie ist“, sagt Man und deutet auf unsere kleine Anlage. „Viele Leute kommen hierher und leben in den großen Ressorts direkt am Strand. Aber das ist nicht Ko Lanta. Hier, der Wald, die Natur – das ist Ko Lanta. Das möchte ich den Menschen zeigen.“ Wir alle schauen einen stillen Moment lang auf die kleinen selbstgezimmerten Hütten um den großen Teich herum, lauschen dem geschwätzigen Zirpen und Zwitschern der tierischen Mitbewohner, die uns ganz nah sind. Nachts löscht Man alle Lichter, damit man die Glühwürmchen sieht, die träge über die schwarze Wasseroberfläche tanzen. „Wohin gehen Sie in Urlaub, wenn Sie mal Zeit dafür finden?“, will mein Freund neugierig wissen. Blinzelnd löse ich mich aus meiner friedvollen Versunkenheit. „Ich mache hier Urlaub“, entgegnet er ohne Umschweife und lächelt breit.

Auf Ko Lanta folgen Krabi, Ko Tao und Ko Pha-ngan. Eindrücke über Eindrücke prasseln jeden Tag auf uns ein und wir saugen sie gierig auf wie ein Schwamm. Vor die schwierigste Entscheidung am Tag stellt uns die Auswahl an köstlichen Currys. Auf Ko Tao schließe ich Freundschaft fürs Leben mit all den freundlichen Straßenhunden und -katzen, die uns abends nach Hause begleiten und morgens beim Frühstück wieder begrüßen. Die Fahrten über die steilen Berge der Insel, die wir auf der Ladefläche eines Pickups verbringen, sind furchteinflößend und spaßig zu gleich. Meinen Lieblings-Cocktail entdecke ich jede Nacht neu, während wir uns von den Feuer-Künstlern am Strand verzaubern lassen. Mit jedem Tag, an dem meine Haut dunkler, aber meine Haare heller werden, tritt mein Uni-Alltag ein bisschen mehr in den Hintergrund. „Wie wäre es mit einem Strandhaus auf Ko Pha-ngan?“, frage ich grinsend meinen Freund, als wir wieder einmal ein besonders schönes entdecken. „Oder eine kleine Hütte auf Koh Phi Phi?“ Der kleine Teil von mir, der keine Späße macht, ist schon lange gedanklich dabei, ebendiese Hütte liebevoll einzurichten.

Nach Ko Samui, unserem letzten Stopp im Süden, kehren wir dem Meer schweren Herzens den Rücken und fliegen nach Chiang Mai. Ich bin traurig und gespannt. ‚Viele Tempel und ein kühleres Klima‘, verspricht uns der Reiseführer und behält recht. Zwar fühlt es sich tagsüber überhaupt nicht kühler an, aber Tempel gibt es viele, und was für welche. Als wir die Tempelanlage Wat Chedi Luang betreten, sind wir tief beeindruckt. Die Sonne bestrahlt die Überreste des mächtigen Tempelbaus und färbt ihn golden und orange. Sie macht es uns fast unmöglich, ein Foto zu schießen, das dem Tempel gerecht wird. Ich bin nicht religiös, aber die vielen Thais, die hier andächtig beten, berühren mich tief. Die Atmosphäre ist friedlich, voller Respekt und Demut. Ich bewege mich langsam und vorsichtig, weil ich nicht stören möchte. Es ist schön Teil einer Kultur zu sein, die immer darauf bedacht ist, den anderen zu achten.

Chiang Mai habe ich unter allen Städten, die ich je besucht habe, besonders in Herz geschlossen. Die kleinen Gassen, in denen auch unser Hotel versteckt lag. Die vielen Massagesalons, denen ich dankbar einen Besuch abgestattet habe. Der Nachtmarkt, die Restaurants, insbesondere die Straßenstände, die die leckersten Roti unserer ganzen Reise verkauft haben. Mit Chiang Mai neigt sich unsere Reise dem Ende zu, obwohl ich noch lange nicht bereit bin zu gehen. Ich habe noch lange nicht genug gesehen. Es war meine erste Reise nach Asien, aber garantiert nicht meine letzte. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass Thailand so etwas wie meine erste große Liebe bleiben wird.

Als wir wieder zu Hause sind, fragen alle dasselbe: „Wo hat es euch am besten gefallen?“ „Das ist leicht: Ko Lanta war einfach wunderschön! Wobei der Strand von Ko Ngai auch ein Traum war… und natürlich werde ich nie vergessen, wie wir auf Ko Tao geschnorchelt sind.“ „Vergiss nicht Ko Pha-ngan und Chiang Mai“, fügt mein Freund hinzu und ich gebe auf. Wieso fragt nie jemand wo es mir überhaupt nicht gefallen hat? Am Flughafen in Bangkok, am Ende unserer Reise, da hat es mir so gar nicht gefallen.

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