Dieser Artikel ist ein Beitrag für den Enchanting Travels Blogger Award 2017. Mit diesem möchten wir alle Bloggerinnen und Blogger unterstützen, die unsere Leidenschaft teilen und über die kleinen und großen Abenteuer in fernen Ländern berichten. Hier in unserem Reiseblog veröffentlichen wir die besten Einsendungen. Der Gewinner wird per Abstimmung auf unserer Facebookseite bestimmt.

Südamerika umfasst 19 Länder und ist daher von einer einzigartigen kulturellen und landschaftlichen Vielfalt geprägt. Hier findet man von tropischen Vegetationszonen, über Gipfel der Anden, die bis zu 7.000m erreichen, und trockenen Wüsten bis zu Karibikstränden alle Naturhighlights, die einem den Atem rauben. Genau da wollten mein Bruder und ich hin!

In knapp sechs Wochen erkundeten wir den südamerikanischen Kontinent: Zuerst stand Chile auf dem Plan, von dort aus ging es weiter nach Argentinien, überquerten die Grenze nach Bolivien und als letztes Land wartete Peru auf uns.

Chilenischer Wein und argentinisches Fleisch- que bonita es esta vida!

Chile wird oft als Land mit „verrückter Geographie“ beschrieben: Auf einer Länge von über 4.000 Kilometer zieht es sich an der südwestlichen Küste Südamerikas entlang. Daher bietet Chile eine unglaubliche Varietät an Klimazonen. Zwar habe ich nun den chilenischen Stempel in meinem Reisepass, aber es wäre zu viel behauptet, zu sagen, dass ich Chile gut kenne. Ich habe nur Valparaíso kennengelernt. Die Hafenstadt -auch liebevoll Valpo genannt- ist ein beliebter Ort für Künstler und unangefochtene Kulturhauptstadt Chiles. Die bunten Häuser auf den Hügeln von Valparaíso bilden ein farbenfrohes Kunstwerk und es lässt sich überall ein Blick auf das weite Meer erhaschen. Ziemlich kurzfristig, nach nur ein paar Tagen in Chile, machten wir uns auf den Weg nach Argentinien.

Pünktlich zum Nationalfeiertag kamen wir in Mendoza, einer der größten Städte Argentiniens, an. Der Hauptplatz, plaza de la libertad, war eingehüllt in Rauch, der von überdimensionalen Grills und Pfannen aufstieg. Schon auf den ersten Blick wurde das Klischee bestätigt: Die Argentinier sind definitiv die Grillweltmeister! Mit einem choripan (Brot mit Fleisch) oder anderen Fleischgerichten und einer Flasche Wein in der Hand saßen viele Leute auf dem Platz und warteten, dass die Uhr zwölf schlägt. Mit einem großen Feuerwerk und der Nationalhymne, die alle Argentiniern stolz mitsangen, wurde der Nationalfeiertag begrüßt.

 

Höhenluft, Lamas, und ganz viel Natur- der Andenstaat Bolivien

Bolivien ist der am höchsten gelegene und weltabgeschiedenste aller lateinamerikanischen Staaten. Mit einer Bevölkerung, von der über 50% nach wie vor an traditionellen indigenen Bräuchen und Glaubensvorstellungen festhalten, ist es auch das am ausgeprägteste indigene Land auf dem ganzen Doppelkontinent. Bolivien ist ein Land der Kontraste: es mag einer der ärmsten Staaten Südamerikas sein und doch ist Bolivien unglaublich reich an Rohstoffen und Kultur. Trotz stetig steigenden Tourismus ist der Andenstaat im Vergleich zu seinen Nachbarländern immer noch ein wenig anders und bietet eine ganz besondere Reiseerfahrung: Ein bisschen mehr Chaos, mehr Originalität und viel Charme prägen eine Reise durch Bolivien.

Ein kleiner Geheimtipp für Reisende, die aus Argentinien kommen, ist das Städtchen Tupiza. Die Stadt ist sehr klein und hat nicht besonders viel zu bieten, die Landschaft drum herum ist umso schöner und man fühlt sich zurückversetzt in die Zeit der Indianer und Cowboys. Die bolivianische Kleinstadt wäre der perfekte Drehort für eine authentische Winnetou-Neuverfilmung: Canyons, bizarre Felsformationen, Kakteen soweit das Auge reicht und dazu die angenehm scheinende Sonne und der blaue Himmel prägen die Landschaft. Es gibt nichts besseres, als die Umgebung auf dem Rücken eines Pferdes zu erkunden. Nicht nur für Western-Fans ist Tupiza ein Geheimtipp, es eignet sich auch ideal für Akklimatisierungswanderungen im Bereich der 3.000m. Außerdem ist die Stadt auch Startpunkt für die

Jeep-Tour durch das Altiplano

Mein Bruder und ich verabschiedeten uns für vier Tage von der Zivilisation. Mit zwei vollbepackten Jeeps, drei freundlichen Bolivianern und sechs weiteren Reisebegeisterten erkundeten wir das Altiplano Boliviens. Dabei bewegten wir uns konsequent zwischen 4.000 und 5.000 Meter. Über holprige Wege, bergauf, bergab, fuhren wir mit dem Jeep durch die spektakuläre Landschaft Boliviens: Weite, staubtrockene Steppen, schneebedeckte Berge, Lagunen in verschiedensten Farben, Felsformationen, Geysire, heiße Quellen, man hatte das Gefühl hinter jeder Ecke etwas Neues zu entdecken!

Während der Tour durch das Altiplano kreuzten wir immer wieder große Lama-Herden. Während die Lamas gemütlich vor sich hin grasten und der Morgennebel noch zwischen den Bergen hing, konnten wir die kamelartigen Tiere aus nächster Nähe beobachten. Auf der gesamten Reise durch Bolivien waren die Lamas, immer wieder aufs Neue, ein tolles und beeindruckendes Fotomotiv! Abschluss der viertägigen Jeep-Tour ist der Salar de Uyuni, der größte Salzsee der Welt. Der See ist eine endlose Fläche aus weißen Salzkristallen und bietet neben dem Tourismus ein unglaubliches Wirtschaftspotenzial für ganz Bolivien.

La Paz ist die wohl bekannteste Stadt Boliviens und gleicht einem Mondkrater. Sie liegt auf fast 4.000m über dem Meeresspiegel auf dem Boden eines Tals, in dem es kaum ein grünes Fleckchen gibt. Selbst Sauerstoff ist rar. Ringsherum erheben sich majestätische schneebedeckte Gipfel mit über 6.000 Metern Höhe. Den besten Blick über La Paz erhascht man von dem Rand der Hochebene, El Alto, aus: Die Stadt wirkt wie ein einziges Labyrinth aus Zement und Ziegeln.

Von La Paz aus machten mein Bruder und ich uns auf den Weg Richtung Copacabana, eine Kleinstadt am Titicacasee und tatsächlich der Namensgeber für seinen weitaus bekannteren Bruder in Brasilien. Der eintägige Ausflug auf die Isla del Sol, mitten im Titicacasee, ist sehr empfehlenswert: Während der Wanderung konnten wir die ganze Zeit das spektakuläre Panorama, der tiefblaue See und hohen schneebedeckten Gipfel am Horizont, beobachten. Angekommen auf der anderen Seite der Insel hatten wir noch genügend Zeit in einem netten Restaurant mit unbezahlbarem Seeblick zu entspannen, bevor wir nachmittags die Rückfahrt mit der Fähre antraten.

Vom chaotischen Machu Picchu bis zu magischen Klöstern in Peru

Peru ist das größte Andenland, war die Wiege der am weitest entwickelten indigenen Zivilisation und Sitz des stärksten Imperiums im prähispanischen Südamerika, des Inka-Reichs. Das Land bildete das Zentrum der spanischen Kolonialherrschaft während drei Jahrhunderten. Daher besitzt das Land ein vielfältiges Erbe, was Menschen und Kultur angeht.

Machu Picchu, „alter Berg“, war einst eine große Inka Stadt, die noch immer eine magische Wirkung hat. Die Stadt wurde 1440 von dem Inkaherrscher Pachacútec Yupanqui auf einem Berg in den Anden von Peru in 2.350m Höhe errichtet. Als die spanischen Conquistadores sich ihren Weg durch Südamerika schlugen und Machu Picchu näher rückten, beschloss der Herrscher die Stadt aufzugeben. Angeführt von dem spanischen Eroberer Pizarro, haben sie so die Stadt schlichtweg übersehen. Erst im Jahre 1911 wurde die ehemalige Inka-Stadt von einem amerikanischen Forscher wiederentdeckt. Diese faszinierende Geschichte hat Machu Picchu berühmt gemacht und lockt täglich tausende Besucher an. Trotz unglaublichem Touristengewusel spürt man etwas abseits, in ruhigen Ecken, die magische Stimmung der Stadt: Vögel, vielleicht sogar Affen machen sich durch ihre Laute aufmerksam und der Blick kann über das Tal und die Berge schweifen.

Ein weiteres persönliches Highlight der Südamerika-Reise war die Wanderung zu dem farbenfrohen Rainbow Mountain. Von Cusco aus fuhren wir gut sechs Stunden bis der Bus irgendwo, mitten im Nichts anhielt. Als wir zum ersten Mal die Tür von unserem muckeligen Minibus öffneten, kam ein eiskalter Windzug herein und wir konnten unseren eigenen Atem sehen. Wir befanden und bereits auf 4.300m. Bevor wir die Wanderung starteten, erwartete und in einem kleinen Steinhaus ein einfaches Frühstück. Der warme Kaffee -auch wenn man über die Qualität streiten mag- war ein Genuss! Durch die dünne Luft wurde jede noch so kleine Bewegung unglaublich anstrengend. Schließlich erreichten wir das Ziel unserer Wanderung: 5.017 Meter! Wir haben es geschafft!

Zeit adios zu sagen!

Es war an der Zeit unsere Backpacks zum letzten Mal zu packen und uns auf den Weg zum Flughafen nach Lima zu machen. Was bleibt uns von der Reise? Obwohl wir nur bestimmte Regionen der Länder bereist haben und noch viele Orte auf uns warten, haben wir unglaublich viele Eindrücke mitgenommen: Der Blick von den bunten Hügeln Valparaísos auf das weite Meer; der Geruch des argentinischen Fleischs; der gute Wein; das Gefühl durch die Landschaften des Wilden Westens zu reiten; die „Safari“ durch die Andenlandschaften Boliviens; die Magie prähispanischer Kulturstätte und die Erschöpfung nach einem ereignisreichen Tag. Es war eine einzigartige Reise!

Weitere Reiseberichte und Reisetipps von Lea Heidjann:

goodplanet.de

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