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Das Atmen fällt schwer auf 5.000 Metern, doch der Stolz und die wärmende Morgensonne zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Vom Kanu aus beobachten wir mittags Äffchen, die geschickt von Baum zu Baum springen. Während die Sonne langsam hinter dem Wasser versinkt planschen einige Kinder noch im Meer. Die Robben schlafen bereits friedlich als die ersten Sterne am Himmel erscheinen.

Ecuador ist bekannt als das Land der vier Welten. Alle lassen sich zwar nicht an einem einzigen Tag erkunden, doch so schnell wie hier kann man wohl an den wenigsten Orten zwischen Regenwald, Hochland und Küste wechseln. Nicht zu vergessen die Galápagos Inseln, die sowieso einzigartig sind. Ecuador, wo liegt das eigentlich? Der kleine Andenstaat zwischen Kolumbien und Peru gehört nicht unbedingt zu den meistbesuchten Ländern Südamerikas, ist für viele Menschen gar ein blinder Fleck auf der Landkarte. Ich habe mich jedoch auf das Erlebnis Ecuador eingelassen und wurde schnell von der faszinierenden Natur und Kultur in den Bann gezogen. Ama la vida ist das romantische Motto der Nation und ich habe dort tatsächlich gelernt, das Leben zu lieben. Das Land lädt ein zu einem Spaziergang über den Äquator, einem leckeren Ceviche am Strand oder zum Besuch eines traditionellen Marktes. Klassische Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm, Machu Picchu oder das Taj Mahal sucht man vergebens, stattdessen ist Ecuador ein Ziel für Entdecker. Für Reisende, die nicht nur sehen, sondern erleben möchten und für Reisende, die ihr Glück in den Details finden.

Bei einem frischen Baumtomatensaft bewundere ich die bunten Kleider der Einheimischen und habe bei den vielen exotischen Früchten die Qual der Wahl. Ob ich lieber eine Granadilla oder Pitahaya essen möchte ist eine Frage, die in Deutschland niemals aufgekommen wäre. Auch die zahlreichen Zubereitungsarten von Bananen lassen mich staunen – zum Beispiel als Frühstück, Chips, Beilage oder in gegrillter Form. Dass Feige in Zuckersirup mit Käse jemals zu meinen Lieblingsdesserts zählen wird wage ich zu bezweifeln, ansonsten bin ich von der andinen Küche aber wirklich begeistert. Als ich sehe, dass Öl, Joghurt und Milch in Plastiktüten verkauft werden, muss ich schmunzeln. Ecuador ist einfach immer für eine Überraschung gut. Auf Kultur und Tradition wird bei der indigenen Bevölkerung großen Wert gelegt, statt Spanisch wird auch gerne Kichwa gesprochen. Die Gastfreundschaft der Einwohner macht es mir einfach, in diese Welt einzutauchen und Kontakte zu knüpfen.

Bergfreunde kommen in dem Land mit der höchsten Vulkandichte der Welt garantiert auf ihre Kosten, auch ich verbringe viel Zeit im Andenhochland. Der Chimborazo ist vom Erdmittelpunkt aus gemessen der höchste Berg des Planeten und der Ausflug dorthin ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Wochenlang habe ich meinen Körper an die Höhe gewöhnt, dann steht die Wanderung zur zweiten Schutzhütte dieses imposanten Bergriesen an. Ich bin zwar stark erkältet, doch nichts kann mich an diesem Tag aufhalten. Bei der ersten Schutzhütte treffen wir auf ein paar „Höhenleichen“, die sich zu viel zugemutet und die Höhe unterschätzt haben. Ein junger Mann aus einer ecuadorianischen Küstenstadt ist kreidebleich und kann sich kaum artikulieren, wir hingegen laufen munter dem Ziel entgegen. Durch die Erkältung und die dünne Luft ist es für mich kein leichter Weg, immer wieder muss ich stehen bleiben. Doch dann kommen wir bei der zweiten Schutzhütte an. Das Gefühl, so weit oben zu stehen und die eigenen Grenzen auszureizen, ist wirklich unvergleichlich.

Nachdem die Sehnsucht nach den Bergen gestillt ist stürzen wir uns in ein Kontrastprogramm im Amazonasgebiet. Im tropischen Regenwald haben wir die Gelegenheit, zahlreiche Tiere wie bunte Schmetterlinge, Frösche, Schlangen und Delfine aus nächster Nähe zu beobachten. Wo ich nicht einmal einen Punkt erkenne entdeckt der Naturführer mit bloßem Auge ein Faultier in den Bäumen. Auch die Tarnung mancher Tiere lässt einen wirklich staunen. Mutter Natur hat sich hier so richtig ausgetobt, was die heimischen Stämme sich zu Nutzen machen. Mit Pflanzen färben sie ihre Kleidung und ihr Medizinschrank ist der Wald. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Küstenregion des Festlands werden auf den verzauberten Galápagos Inseln dann endgültig meine Träume vom Paradies auf Erden wahr, denn die Biodiversität des Archipels ist kaum zu übertreffen. Malerische Strände und bizarre Landschaften, Leguane, Krebse, Robben und ein unvergessliches Glücksgefühl machen die Inselgruppe so einzigartig. Beim Schnorcheln schwimmt sogar eine Meeresschildkröte neben mir her. Nach all den Abenteuern des Tages lassen sich nachts Sternbilder beider Hemisphären beobachten. Galápagos ist der ideale Ort, um zur Ruhe zu kommen.

Insgesamt sind es wohl die Ursprünglichkeit und Vielfalt, die Ecuador zu so einem unvergleichlichen Reiseziel machen und magische Momente bescheren. Der Facettenreichtum des Landes erstreckt sich von Vulkanen über Wasserfälle, Lagunen und außergewöhnliche Begegnungen mit Menschen, Tieren und der Natur. Auch einige Kuriositäten offenbaren sich wenn man die Augen offen hält. Sein Leben zu lieben ist aber die wohl wichtigste Lektion, die man in dem Land lernt und im Herzen hoffentlich mit nach Hause trägt. Ich lege den Stift nieder und beende diesen Liebesbrief. Eigentlich sollte es ein Reisebericht werden.

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