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Guatemala Reisen

In unserem Guatemala Reiseführer erfahren Sie alles über Geschichte, Kultur und Küche des Landes.

Guatemaltekische Kultur

Seitdem die Maya auf die anlandenden Konquistadoren aus Übersee trafen, wurde Guatemala zunehmend zu einem Land der Gegensätze. Die Vielfalt an regionalen Kulturen, Volksgruppen und Sprachen in diesem mittelamerikanischen Land ist in all ihren Facetten überaus faszinierend. Die heute in Guatemala lebenden Nachfahren der Maya machen rund 50 % der Bevölkerung aus. Sie lassen sich in 23 verschiedene indigene Volksgruppen unterteilen, sprechen rund 50 Sprachen und sind stolz darauf, ihre Kultur auch durch die turbulentesten Zeiten hindurch bewahrt haben zu können. Dem gegenüber stehen die sogenannten Ladinos, die Nachfahren der Spanier, die ihrer westlich-europäischen Tradition treu bleiben.

Festival in Chichicastenango, Guatemala
Die Empfehlung in unserem Guatemala Reiseführer: Festivals in Guatemala

Diese Polarisierung in der guatemaltekischen Gesellschaft kreiert ein ganz besonderes Spannungsfeld aus sich deutlich voneinander abgrenzenden Lebenswirklichkeiten und jeweils scharf umrissenen kulturellen Identitäten – was jedoch mitunter ganz neue Mischformen und Neuschöpfungen zu Tage fördert. In kultureller Hinsicht hat sich dies nicht nur in Tanz und Literatur niedergeschlagen, sondern zeigt sich auch in der guatemaltekischen Küche, die althergebrachte Rezepte der Maya mit dem mediterranen Gaumen kombiniert.

Eine Reise durch Guatemala macht Sie mit der faszinierenden Architektur der Maya bekannt. Mysteriöse Kultstätten, versunkene Städte, Pyramiden und Tempelkomplexe mit singenden Namen wie Iximché, Tikal, Yaxja, El Mirador oder Mixco Viejo im Hochland sind beeindruckende Zeugnisse einer Zivilisation wie aus einer anderen Welt. Dabei befinden sich diese überdimensionalen Fragmente in erstaunlich gutem Zustand!

So ist Iximché, das den Cakchiquel-Maya als Kult- und Herrschaftszentrum diente, die bedeutendste und besterhaltene Tempel- und Palaststadt der Hochland-Maya. Tikal, in den dichten Regenwäldern des Petén, ist mit ihren imposanten Pyramiden und Plätzen auf rund 65 Quadratkilometern eine der am gründlichsten erforschten Maya-Städte.

Nichtsdestotrotz liegen noch immer geschätzt 10.000 Gebäude im Erdreich vergraben. El Mirador, die größte Maya-Metropole, vereint eine der weltgrößten Pyramiden, und erst im Jahre 2016 fanden Forscher dort Spuren des ältesten Landstraßennetzes der Welt. Es ist ein berührendes Erlebnis, diese heiligen Monumente inmitten des wuchernden Dschungels aufzusuchen – nicht zu vergessen, dass eine schier unschätzbare Anzahl von Überresten alter Maya-Kulturen weiterhin gänzlich im Verborgenen liegt, denn bislang konnten nur einige der bedeutendsten Ruinenstädte freigelegt und erforscht werden.

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Küche Guatemalas

Tamales
Tamales

Wie auch die Pyramiden, Tempel und Palastkomplexe des Maya-Reiches die Jahrtausende bis in unsere Zeiten überdauert haben, sind viele Essgewohnheiten der antiken Maya noch im heutigen Guatemala lebendig wie eh und je.

Der Mais, der den Maya noch als heilige Pflanze galt, ist noch heute Grundlage der guatemaltekischen Küche. Eines solcher traditionellen Maya-Rezepte mit Mais, die sich größter Beliebtheit erfreuen, sind die Tamales. Hierbei handelt es sich um in Maisblättern oder Bananenblättern gewickelte und gedämpfte Masa, also einen Maisteig mit verschiedenen köstlichen Zutaten. So gibt es die roten Tamales (Tamales colorados) mit Tomatensauce und Annato als Gewürz, sowie schwarze Tamales (Tamales negros) mit Schokolade, Rosinen und Mandeln, oder aber dunklem Mais.

Zu fast jeder Mahlzeit werden Frijoles (ein Mus aus schwarzen Bohnen) und Tortillas (Brotfladen aus Maismehl) gereicht. Eine weitere Köstlichkeit aus der Mayaküche sind die Empanadas oder Dobladas de Loroco. Die beliebten Maistaschen sind mit den Früchten der Loroco-Pflanze gefüllt, die in der Region endemisch ist.

Einen großen Stellenwert in der Maya-Kochkunst von Guatemala nehmen neben Geflügel auch die Eintöpfe ein. Pepían, ein Gericht der Volksgruppe der Cakchiquel, ist ein himmlisch rauchiger Eintopf aus Fleisch, Kürbiskernen und Tomaten, der manchmal als “Maya-Curry” bezeichnet wird. Gaumenfreuden sind auch der Jocón de Pollo, ein grüner Eintopf mit Huhn und Tomatillo (also eine Physalis-Frucht mit laternenförmiger Hülle), sowie Kaq Ik, ein pikanter Truthahn-Eintopf, der wie einige andere der traditionellen Gerichte offiziell zum Kulturerbe Guatemalas erklärt wurde. Für die empfindlichen Gaumen sei erwähnt, dass die guatemaltekische Küche weniger scharf ist als die des Nachbarn Mexiko.

Als die spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert mesoamerikanischen Boden betraten, veränderte sich auch die Küche. Man kann von einer echten Fusionsküche sprechen, die die traditionellen Rezepte der Maya-Zeit mit mediterraner Kochkunst kombinierte. Jedem Reisenden sei übrigens das heimische Obst ans Herz gelegt, das dort vor ungeahnt intensivem Aroma strotzt. Regelrechte Geschmacksoffenbarungen bieten Banane, Ananas, Papaya, Orange, Mango, Maracuja (Passionsfrucht) und Sapote (Breiapfel). Apropos Süß-Saftiges: verpassen Sie in Guatemala nicht die Horchata de Arroz, ein Erfrischungsgetränk aus Wasser, Reis, Zucker, Zimt und Vanille, sowie Atole, ein heißes Süßgetränk aus Maisteig. Die spanischen Eroberer brachten in ihren Schiffen übrigens Zuckerrohr-Stecklinge mit, und so gehören Ti Punck (ein Cocktail aus Rum, Limettensaft und Zuckerrohrsirup) und Quetzalteca (Zuckerrohrschnaps) zu den Verkaufsschlagern in müßigen Stunden.

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Geschichte Guatemalas

Guatemala gilt als das Herz der Welt der Maya. Die wechselhafte Geschichte des heutigen Guatemalas lässt sich grob in drei Epochen einteilen: zunächst die Maya-Zeit, dann die spanische Kolonialära und schließlich die jüngere Geschichte, die den dramatischen Wandel von der zentralamerikanischen Konföderation über Militärdiktaturen hin zu einer demokratischen Republik beschreibt.

Besonders prägend in der Geschichte des Landes war die Hochkultur der Maya, die bereits 3.000 v. Chr. im zentralen Hochland und dem heutigen Petén siedelten. Im Laufe der Jahrtausende entwickelte sich das Volk der Maya zu einer komplexen Gesellschaft, die sich diverser zivilisatorischer Errungenschaften rühmen konnte. Die Blütezeit, die von 250 bis 900 n. Chr. andauerte, stand unter dem Stern herausragender Architektur, eines hoch entwickelten Schriftsystems und Kalenders sowie ausgeklügelter Wissenschaften wie Mathematik und Astronomie. Der Handel war weit verzweigt und verhalf den Maya zu Macht und Wohlstand in Mesoamerika.

Doch noch bevor die Spanier im 16. Jahrhundert das Land eroberten und unterwarfen, hatte sich der Niedergang der Maya-Kultur bereits abgezeichnet – ein Niedergang übrigens, dessen Gründe sich geschichtlich nie vollends klären ließen. Wissenschaftler streiten bis heute um die Hintergründe des Systemkollaps und führen Theorien wie Bevölkerungsdruck, politische Machtkrisen und Dürreperioden an. Jedenfalls etablierten die Spanier nach ihrer Ankunft schnell eine Kolonie im Namen der spanischen Krone und beherrschten das Land bis weit in das 19. Jahrhundert hinein. Auch nach der Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1821 sollte Guatemala noch viele einschneidende Veränderungen durchmachen, bevor es sich endlich als demokratischer, selbstbestimmter Staat immer besser gegen innen- und außenpolitische Mächte behaupten konnte.

Architektur Guatemalas

Koloniales Gebäude in Antigua, Guatemala
Schmuckes Kolonialgebäude in Antigua

Die Präklassik Guatemalas (2000 bis 2500 v. Chr.) war höchst umtriebig und brachte komplexe Gesellschaften hervor, die von starkem religiösen Glauben geprägt waren. Belege dafür finden sich heute in Form von Masken, monumentalen Köpfen und zeremoniellen Stätten, die nur darauf warten, von Ihnen entdeckt zu werden.

Tikal, die berühmteste architektonische Stätte Guatemalas, stammt aus der Zeit von 800 bis 900 n. Chr. Sie wurde 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und war wirtschaftliches wie politisches Zentrum der Welt der Maya. Legendär ist auch ihre Lage inmitten des dichten Dschungels eines Nationalparks im Norden des Landes. Gehen Sie die steilen Stufen hinauf, die Sie zu Tausenden von Bauwerken aus Kalkstein führen, die einst als Paläste, Residenzen, Höfe und Gräber dienten. Das im Hochland gelegene Iximche ist noch so eine sagenumwobene Stätte und war bis zur spanischen Invasion im 16. Jahrhundert die Hauptstadt des Südens.

Die spanische Kolonialzeit hat nicht nur die Sprache Guatemalas beeinflusst, sondern auch Kunst, Religion, Musik und Architektur. So finden sich in Guatemala schöne Beispiele des spanischen Mudéjarstils, wie in der spanischen Hauptstadt Villa de Santiago bei Iximche. Nach verschiedenen Auseinandersetzungen wurde Antigua zum großen Wahrzeichen des spanischen Imperiums und wurde aufgrund seiner Pracht zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Entdecken Sie mit uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, darunter die Kathedrale von Antigua und die Kirche La Merced – herausragende Beispiele für diese unverwechselbare Architektur.

1773 wurde die unter der spanischen Krone stehende Hauptstadt nach einem verheerenden Erdbeben ein letztes Mal verlegt: nach Guatemala-Stadt, bis heute die Hauptstadt des Landes. Erkunden Sie die bei Touristen und Architekturliebhabern so beliebten Architekturdenkmäler und die wundervollen Kolonialbauten.

Apropos geschichtsträchtige Kolonialbauten: ebenfalls hervorzuheben sind die antiken StädteChichicastenango, Xela und Flores. So vor allem Flores, die auf einer Insel im Petén-Itzá-See erbaut wurde, die ursprünglich die Heimat des letzten unabhängigen Maya-Staates darstellte, der den Spaniern noch gegenüber stand. Flanieren Sie über das Kopfsteinpflaster dieser berühmten engen Gassen, vorbei an farbenfrohen Häusern, die sich dem nagenden Zahn der Zeit widersetzen konnten.

Während Ihres Urlaubs in Guatemala zeigen wir Ihnen die architektonischen Schmuckstücke des Landes! Ihre Reise stimmen wir dabei ganz auf Ihre Vorlieben und Interessen ab.

Feste und Events in Guatemala

Guatemalteken lieben ihre Feste und sie haben viele von ihnen! So viele, dass der Eindruck aufkommt, am Ende eines Festes stünden schon fast die Vorbereitungen für das nächste Fest. Hier sind einige der wichtigsten Feste und Veranstaltungen im guatemaltekischen Kalender:

Karwoche
Wann: März oder April
Wo: Antigua

Jede Karwoche werden die Straßen von Antigua mit Teppichen ausgelegt, jedoch mit Teppichen der etwas anderen Art! Dabei werden Teppichmuster (die sogenannten “Alfombras”) mit farbigem Sägemehl, Rosen und Palmblättern auf die Straße gemalt. Die so liebevoll akribisch gezeichneten Muster vereinen Maya- und christliche Bildsprache. Schließen Sie sich den Mönchen und Nonnen an, wenn Sie auf diesen Teppichen den Prozessionsweg durch die Straßen bilden und die schweren Skulpturen von Maria und Jesus auf ihren Schultern tragen.

Unabhängigkeitstag
Wann: 15. September

Der Unabhängigkeitstag ist nicht nur die Feier einer landesweiten Bewegung, sondern auch der Moment des Gedenkens an eine bedeutende Frau: María Dolores Bedoya. Am 14. September 1821 lief sie mit einer brennenden Fackel durch die Straßen von Guatemala-Stadt und entzündete die Hoffnung des Volkes auf Befreiung nach 300 Jahren Kolonialherrschaft. Jedes Jahr sehen Sie die in weißen Hemden gekleideten Staffelläufer (die sogenannten Antorcheros), die die brennende Fackel von Guatemala-Stadt nach Cartago tragen, der alten Kolonialhauptstadt Costa Ricas.

Tag der Toten
Wann: 1. und 2. November
Wo: Santiago und Sumpango Sacatepéquez

In Santiago und Sumpango Sacatepéquez werden am Tag der Toten auf den lokalen Friedhöfen “Barriletes Gigantes” oder Riesendrachen steigen gelassen. Bewundern Sie diese Drachen in ihrem Flug durch die Lüfte, einige mit einer Spannweite von mehr als 12 Metern und handgemalt in leuchtenden Neonfarben. Die aus Papier und Bambus gefertigten Drachen sollen mit den verstorbenen Angehörigen kommunizieren und böse Geister von ihren Gräbern fern halten.

Feier des Heiligen Thomas
Wann: 13. bis 21. Dezember
Wo: Chichicastenango

Diese lebhafte und ausgelassene Feier zur Ehrung des Heiligen Apostels Thomas zieht sich durch eine Woche voller Paraden, traditioneller Tänze und Feuerwerke, die schließlich mit dem “Palo Volador” ihren Höhepunkt findet: zwei Männer steigen auf einen bis zu 25 Meter hohen Pfahl, binden sich ein Seil um die Taille, springen ab und lassen sich um den Pfahl drehend auf den Boden nieder. Dieser Tanz geht vermutlich auf präkolumbische Zeit zurück und stellt einen Fruchtbarkeitskult dar, um den Ertrag der Ernte zu steigern.

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